Alle Aspekte unseres Lebens sind in irgend einer Art und Weise mit technischen Dingen oder Prozessen verzahnt, deren Inanspruchnahme uns bestimmte Handlungmöglichkeiten eröffnet und dabei andere verschließt.
Mit Messer, Gabel und Teller essen wir gemeinsam warme Speisen, die wir uns auf dem Herd oder im Backofen zubereitet haben. Nachts schlafen wir in bequemen Betten, die in den gemauerten Räumen wärme- und kälteisolierter Gebäude stehen. Kleidung hält uns im Winter warm, Klimaanlagen kühlen uns an heißen Sommertagen. Brillen schärfen unseren Blick, Hörgeräte unser Gehör. Bohrmaschinen, Traktoren und Bagger erleichtern uns harte körperliche Arbeiten. Waagen, Blutdruckmessgeräte und Smart Watches vermessen unseren Körper. Laptops und Smartphones erleichtern unseren Arbeitsalltag und verbinden uns über das Internet mit der ganzen Welt. Mit Autos, Bahnen und Flugzeugen durchqueren wir den Raum und sparen dabei Zeit. Energie und Wasser, die entscheidenden Bausteine von Zivilisationen, werden durch gewaltige Infrastruktursysteme bereitgestellt, in mitten derer wir tagtäglich unser Leben führen, ohne dass wir uns dessen oft bewusst sind. Künstliche Intelligenzen finden immer breitere Anwendung und stellen bereits jetzt unser Bild menschlicher Schaffenskraft und Kreativität in Frage.

All diese Werkzeuge, Maschinen und Strukturen bezeichnen wir mal mehr und mal weniger selbstverständlich als Technik. Zugleich sprechen wir von Technik auch in anderen Bereichen. Eine Fußballerin dribbelt ihren Gegenspielerinnen beispielsweise mit der richtigen Dribbeltechnik gekonnt davon, ein Polizist hält einen Verbrecher mit einer Kampftechnik am Boden und eine Künstlerin beeindruckt mit einer besonderen Maltechnik. Auch wenn wir vom Lesen, Schreiben, Zählen und Rechnen sprechen, fällt der Begriff Technik.
Doch was verstehen wir unter Technik? Was sind technische Dinge, Prozesse und Verfahren? Wozu dienen sie uns? Dient die Technik uns oder wir ihr? Wie verändert neue Technik unsere Gesellschaft und umgekehrt? Was bedeutet es, ein Leben in Gegenwart der Technik zu führen?
Diesen Fragen will ich in diesem Blog aus existenzphilosophischer, technikphilosophischer, sozialphilosophischer und transformationswissenschaftlicher Sicht nachgehen. Die Beiträge dieses Blogs reichen von teils einzelnen knappen Gedankengängen über kurze Texte bis hin zu längeren Essays, in denen ich versuche, die enge Verzahnung von Mensch, Technik und Gesellschaft einzufangen und Angebote für deren Deutung zu machen.
Gerade die Technikphilosophie liefert entscheidende Einsichten, um unser immer schneller werdendes Zusammenleben mit der Technik besser zu verstehen. Sie kann dabei helfen, unser Handeln hinsichtlich der aktuellen und kommenden Herausforderungen und Veränderungen zu orientieren. Außerdem hilft uns die Technikphilosophie dabei, Technik jenseits von Verhängnis und Allheilmittel als reale Möglichkeit zu begreifen, um unser Leben nachhaltig und sozial gerecht zu gestalten. Das Nachdenken über und die Auseinandersetzung mit Technik, seien das Werkzeuge, Maschinen, Computer oder andere technische Vorgänge und Verfahren, kann auch das Verständnis unserer eigenen Menschlichkeit schärfen.
Aus Sicht der Transformationsforschung ist das Nachdenken über unser Verhältnis zur Technik ebenfalls aufschlussreich. Es erlaubt uns, die Mechanismen, nach denen unsere Gesellschaft funktioniert, besser zu verstehen. Von diesem Verständnis ausgehend, können wir feststellen, inwiefern unsere gegenwärtige Gesellschaft unsere individuellen und kollektiven Bedürfnisse und Begierden tatsächlich befriedigt. Damit sind wir auch in der Lage, die technischen und gesellschaftlichen Möglichkeiten zu erkennen, die wir haben, um unsere gemeisame Zukunft sozial gerecht und nachhaltig zu gestalten.
Es ist mir ein großes Anliegen, diese Perspektiven zusammen zu denken und zu einem besseren Verständnis über die Verzahnung von Mensch, Technik und Gesellschaft nachzudenken.
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